Wildkrankheiten

ASP zurück in der Uckermark: Was Jäger jetzt beim Schwarzwild beachten müssen

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Über ein Jahr lang war es in Brandenburg ruhig geblieben, jetzt ist die Afrikanische Schweinepest zurück: Am 8. Juli 2026 hat das Land Brandenburg bekannt gegeben, dass die ASP erneut bei Wildschweinen in der Uckermark nachgewiesen wurde. Für Jägerinnen und Jäger ist das keine ferne Meldung, sondern ein Signal, dass der Seuchendruck an der deutsch-polnischen Grenze weiterhin hoch ist und die Schwarzwildbejagung nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Dieser Beitrag ordnet den Fund ein und zeigt dir, worauf es jetzt in der Praxis ankommt, von der Biosicherheit bis zur sauberen Dokumentation deiner Strecke.

Was genau passiert ist

Nach Angaben des Brandenburger Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz wurde die ASP bei Wildschweinen in der Uckermark bestätigt. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut, der obersten deutschen Fachbehörde für Tierseuchen, hat den Verdacht amtlich bestätigt. Es ist der erste amtlich bestätigte Fall im Land Brandenburg seit Mai 2025, davor war es über ein Jahr lang bei keinem neuen Nachweis geblieben.

Die Fundorte liegen beide innerhalb der bereits bestehenden Sperrzone II, also dem sogenannten gefährdeten Gebiet des Landkreises Uckermark, in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze südlich von Schwedt an der Oder im Bereich Stützkow und Neu Galow. Damit befinden sie sich innerhalb des eingerichteten ASP-Schutzkorridors. Das ist eine wichtige Einordnung: Der Ausbruch tritt nicht in einem bislang seuchenfreien Gebiet auf, sondern dort, wo die Behörden ohnehin mit erhöhter Wachsamkeit arbeiten und Schutzmaßnahmen bereits laufen.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die ASP ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Für Menschen und andere Tierarten ist sie ungefährlich, für Schweine verläuft sie fast immer tödlich. Eine Impfung gibt es nicht. Das Virus ist extrem widerstandsfähig und überlebt lange in Kadavern, in Wurstwaren und an Gegenständen. Übertragen wird es vor allem durch direkten Kontakt, über verendete Tiere und, oft unterschätzt, durch den Menschen über Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge oder Ausrüstung.

Was jetzt vor Ort passiert

Um das genaue Ausmaß des Geschehens zu bestimmen, ordnen die Behörden zunächst eine verstärkte, großflächige Fallwildsuche rund um die Fundorte an. Dabei kommen unter anderem speziell ausgebildete Kadaversuchhunde und Drohnen mit Wärmebildtechnik zum Einsatz, um verendete Stücke möglichst schnell und vollständig zu finden. Jeder aufgefundene Kadaver ist eine potenzielle Virusquelle, deshalb ist die zügige Suche und fachgerechte Beseitigung einer der wirksamsten Hebel der Seuchenbekämpfung.

Parallel wird die verstärkte Bejagung und die tierseuchenrechtliche Entnahme von Schwarzwild angeordnet. Der Landesjagdverband Brandenburg hat sich unmittelbar nach dem Nachweis an die Jägerschaft gewandt und appelliert, die intensive Schwarzwildbejagung konsequent fortzuführen. Eine nachhaltige Reduzierung der Bestände ist ein wesentlicher Baustein, um das Seuchengeschehen auf den Schutzkorridor zu begrenzen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Afrikanische Schweinepest nur gemeinsam eindämmen lässt. Jetzt kommt es darauf an, dass alle Beteiligten weiterhin verantwortungsvoll handeln.

Für Reviere direkt am Schutzkorridor bedeutet das konkret, sich eng mit den zuständigen Behörden und dem Landkreis abzustimmen. Wo genau darf und soll bejagt werden, wo gelten Betretungsregeln, wie und wo werden erlegte oder tot aufgefundene Stücke beprobt und abgegeben? Diese Fragen beantwortet in Brandenburg der jeweilige Landkreis, und die Vorgaben können sich je nach Zonierung kurzfristig ändern.

Biosicherheit: der oft unterschätzte Faktor

Gerade weil das Virus so lange in der Umwelt überlebt, ist die Biosicherheit für Jäger mindestens so wichtig wie der Schuss selbst. Das ASP-Virus reist nicht nur mit dem Wildschwein, sondern auch mit uns: an Stiefeln, an der Kleidung, am Messer, an den Reifen des Geländewagens. Wer nach dem Ansitz oder nach der Bergung eines Stücks nicht konsequent reinigt und desinfiziert, kann das Virus unbemerkt über Kilometer verschleppen.

Biosicherheit in der Praxis

Beachte im Seuchengebiet und im Umfeld besonders: ASP-Schutzzäune niemals beschädigen, Tore und Durchlässe nach jeder Nutzung wieder schließen. Fahrzeuge, Stiefel, Messer und Ausrüstung nach jedem Revierbesuch reinigen und desinfizieren. Aufbruch und tierische Nebenprodukte nicht im Revier zurücklassen, sondern über die vorgeschriebenen Wege entsorgen. Keine Speisereste oder Wurstwaren im Revier wegwerfen. Und ganz wichtig: Halte Abstand zwischen Jagd auf Schwarzwild und eigenen oder betreuten Hausschweinbeständen.

Diese Regeln klingen selbstverständlich, im hektischen Jagdalltag rutschen sie aber schnell durch. Ein durchdachter Ablauf hilft: eigene Desinfektionsmittel und ein Wechselpaar Stiefel im Fahrzeug, ein fester Platz für kontaminierte Ausrüstung, und die Gewohnheit, nach jedem Kontakt mit Schwarzwild dieselbe Reinigungsroutine abzuspulen. Wer die Schutzmaßnahmen ernst nimmt, schützt nicht nur den eigenen Bestand, sondern die gesamte Region.

Warum konsequente Bejagung und gute Zahlen zusammengehören

Die Schwarzwildbejagung ist das Rückgrat der ASP-Bekämpfung, aber sie wirkt nur, wenn sie flächig, nachhaltig und nachvollziehbar geschieht. Behörden und Verbände brauchen belastbare Zahlen, um das Seuchengeschehen einzuschätzen und Maßnahmen zu steuern. Wie viel Schwarzwild wurde in welchem Zeitraum in welchem Revier erlegt, wie viele Stücke wurden beprobt, wo häufen sich Funde von Fallwild? Je genauer diese Daten geführt werden, desto besser lässt sich die Bejagung dort verstärken, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Für dich im Revier heißt das: Jedes erlegte Stück und jeder Fund gehört sauber dokumentiert, mit Datum, Ort, Geschlecht und, wo verlangt, mit Probennahme und Trichinenprobe. Diese Dokumentation ist im Seuchenfall nicht lästige Bürokratie, sondern ein aktiver Beitrag zur Bekämpfung. Und sie ist die Grundlage dafür, dass Aufwandsentschädigungen, Prämien oder tierseuchenrechtliche Nachweise überhaupt geltend gemacht werden können.

Schwarzwild systematisch erfassen

Lege dir für die Schwarzwildbejagung ein festes Erfassungsschema an: Erlegungsort per Karte, Datum und Uhrzeit, Geschlecht und geschätztes Alter, Gewicht, sowie ein Feld für die Proben-Nummer der Trichinen- oder ASP-Beprobung. Wenn du jedes Stück direkt nach dem Erlegen festhältst, hast du am Jahresende eine lückenlose Strecke, die du auf Nachfrage der Behörde sofort belegen kannst, ohne mühsames Nachrekonstruieren aus dem Gedächtnis.

Was der Fund über die Gesamtlage sagt

Der erneute Nachweis in der Uckermark ist ein Rückschlag, aber kein Grund zur Panik. Er zeigt vor allem, dass der Seuchendruck aus Richtung der deutsch-polnischen Grenze anhält und dass die eingerichteten Schutzkorridore genau dort ihre Berechtigung haben, wo sie stehen. Dass der Fall innerhalb der bestehenden Sperrzone II auftritt, spricht dafür, dass die Zonierung und die Überwachung funktionieren: Das Geschehen wird dort entdeckt, wo man damit rechnet, und nicht überraschend weit im Landesinneren.

Für Jägerinnen und Jäger bedeutet das, dranzubleiben. Die Monate, in denen keine neuen Fälle gemeldet wurden, waren kein Zeichen, dass die Gefahr vorbei ist, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit von Jägerschaft, Behörden und Landwirtschaft. Genau diese Arbeit ist jetzt wieder gefragt: verstärkt jagen, Fallwild melden, Biosicherheit einhalten und jede Strecke sauber dokumentieren. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass die Seuche auf den Schutzkorridor begrenzt bleibt.

Schwarzwild dokumentieren mit Waidly

Ob im Seuchengebiet oder als Vorsorge im eigenen Revier: Eine lückenlose, jederzeit belegbare Streckenliste ist im Umgang mit der ASP Gold wert. Genau dafür ist Waidly gebaut. Du trägst jedes erlegte Stück Schwarzwild mit Datum, Uhrzeit und Erlegungsort ein, ergänzt Geschlecht, Gewicht und weitere Details und hast so auf dem iPhone jederzeit eine vollständige, chronologische Strecke, ohne Zettelwirtschaft und ohne den Umweg über den heimischen Ordner.

Weil Waidly deine Reviere digital abbildet, kannst du Funde und Erlegungen direkt am richtigen Ort verorten, was gerade bei Fallwildsuche und Zonierung hilft. Deine Daten bleiben dabei lokal auf deinem Gerät und werden per iCloud gesichert, ohne Abo und ohne dass deine Strecke auf fremden Servern landet. Wenn eine Behörde oder Hegegemeinschaft Zahlen anfragt, hast du sie sauber aufbereitet zur Hand, statt sie mühsam aus dem Gedächtnis zusammensuchen zu müssen.

Streckenliste, wenn es darauf ankommt

Mit Waidly führst du deine Schwarzwildstrecke digital und ortsgenau: jedes Stück mit Datum, Ort und Details, deine Reviere übersichtlich verwaltet, alle Daten lokal und per iCloud gesichert. So ist deine Strecke im Seuchenfall genauso belastbar wie im normalen Jagdjahr. Mehr dazu auf unserer Seite zur Revierverwaltung.

Jede Sau sauber dokumentiert

Mit Waidly führst du deine Schwarzwildstrecke direkt im Revier: ortsgenau, chronologisch und jederzeit belegbar. Lokal auf deinem iPhone, per iCloud gesichert, ohne Abo. So bist du im Seuchenfall und darüber hinaus jederzeit auskunftsfähig.

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