Einmal im Jahr kommt die organisierte Jägerschaft aus ganz Deutschland zusammen, um über die großen Linien der Jagd zu beraten. 2026 ist Suhl der Ort: Am 3. und 4. Juli treffen sich rund 400 Delegierte und Gäste auf Einladung des Deutschen Jagdverbands (DJV) und des Landesjagdverbands Thüringen zum Bundesjägertag. Unter dem Motto „Kompetenz im Revier – Ethik im Handeln“ geht es um Fragen, die auch jeden praktisch jagenden Menschen betreffen: Wie waidgerecht handeln wir, wie gehen wir künftig mit dem Wolf um, und wie steht es um das Waffenrecht? Dieser Beitrag ordnet die Themen ein und zeigt, was davon für dich im Revier relevant ist.
Was der Bundesjägertag ist
Der Bundesjägertag ist die jährliche Delegiertenversammlung des DJV, des Dachverbands der Landesjagdverbände. Hier werden Positionen abgestimmt, Grundsatzfragen diskutiert und die politische Interessenvertretung der Jägerinnen und Jäger für das kommende Jahr geschärft. Für 2026 fällt die Wahl auf Thüringen, konkret auf Suhl, eine Stadt mit langer Tradition im Büchsenmacher- und Waffenhandwerk. Neben den Delegierten sind auch Gäste aus Politik und Verbänden geladen, sodass der Bundesjägertag immer auch ein Schaufenster dafür ist, wie die Jagd in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Bundesjägertag 2026, 3. und 4. Juli in Suhl, Thüringen. Rund 400 Delegierte und Gäste. Veranstalter sind der Deutsche Jagdverband und der Landesjagdverband Thüringen. Motto: „Kompetenz im Revier – Ethik im Handeln“. Am Freitag steht ein Grundsatzpapier zur Jagdethik zur Verabschiedung an.
Ethik im Handeln: ein Grundsatzpapier zur Jagd
Das Leitthema ist bewusst gewählt. Die Jagd steht unter Beobachtung, und die Frage nach ihrer ethischen Rechtfertigung wird in der Gesellschaft immer wieder gestellt. Der DJV reagiert darauf, indem die Delegierten am Freitag ein Grundsatzpapier zu ethischen Standards bei der Jagd verabschieden. Es geht dabei nicht um abstrakte Theorie, sondern um das Selbstverständnis waidgerechten Handelns: die Verantwortung für Wild und Natur, den respektvollen Umgang mit dem erlegten Tier, die sichere und tierschutzgerechte Erlegung und die Bereitschaft, das eigene Tun transparent zu machen und zu begründen.
Für die Praxis heißt das vor allem eines: Waidgerechtigkeit ist kein Beiwerk, sondern der Kern des jagdlichen Handwerks. Wer sauber ansitzt, sein Schussfeld kennt, nur sichere Schüsse abgibt und Nachsuchen konsequent durchführt, lebt genau die Standards, die ein solches Papier festhält. Der Bundesjägertag rückt damit ins Zentrum, was viele im Revier ohnehin täglich praktizieren.
Jagd wird nicht daran gemessen, wie viel erlegt wird, sondern wie verantwortungsvoll es geschieht. Genau darum dreht sich das Leitthema in Suhl.
Der Wolf bleibt das Streitthema
Kaum ein Thema hat die jagdpolitische Debatte der vergangenen Monate so geprägt wie der Wolf. Nach der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz und dem Start einer Jagdzeit vom 1. Juli bis 31. Oktober ist die Frage, wie ein tragfähiges Wolfsmanagement in der Praxis aussieht, aktueller denn je. In Suhl steht der künftige Umgang mit dem Wolf entsprechend weit oben auf der Tagesordnung.
Für Reviere in Wolfsgebieten ist das mehr als Symbolpolitik. Wo Rudel siedeln, verändert sich das Verhalten von Reh- und Schwarzwild, und Weidetierhalter stehen unter erheblichem Druck. Wie die Länder ihre Managementpläne ausgestalten, welche Rolle die Jägerschaft dabei übernimmt und wie sich Herdenschutz und Entnahme sinnvoll ergänzen, wird die Reviere in den kommenden Jahren begleiten. Wenn du dich tiefer einlesen möchtest, findest du die rechtlichen Grundlagen in unserem Beitrag zum Wolf im Jagdrecht 2026.
Waffenrecht: Überarbeitung angekündigt
Das zweite große politische Thema in Suhl ist das Waffenrecht. Für legale Waffenbesitzer, und dazu zählen Jägerinnen und Jäger als staatlich geprüfte Naturschützer, ist die Frage entscheidend, ob eine Überarbeitung mit Augenmaß erfolgt oder ob pauschale Verschärfungen drohen, die den rechtstreuen Jagdbetrieb erschweren, ohne die öffentliche Sicherheit spürbar zu erhöhen. Der DJV wirbt seit Längerem für ein Waffenrecht, das zwischen Legalwaffenbesitz und illegalem Missbrauch klar unterscheidet.
Dass mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium ein für das Waffenrecht zuständiger Entscheider zu Gast ist, unterstreicht die Bedeutung des Themas. Für die Praxis bleibt festzuhalten: Wer eine Waffe führt, trägt Verantwortung, und ein verlässlicher rechtlicher Rahmen ist die Grundlage dafür, dass die Jagd ihre Aufgaben überhaupt erfüllen kann.
Prominente Gäste aus der Politik
Für den Samstagvormittag haben sich mehrere Spitzenpolitiker angekündigt, die sich den Fragen der Delegierten stellen. Erwartet werden der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt, Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Diese Besetzung zeigt, dass die Jagd sowohl agrar- und naturschutzpolitisch als auch beim Waffenrecht ein ernstzunehmender Gesprächspartner ist.
Die auf dem Bundesjägertag abgestimmten Positionen fließen in die politische Arbeit des kommenden Jahres ein, von der Ausgestaltung des Wolfsmanagements bis zu den Rahmenbedingungen für Legalwaffenbesitzer. Was in Suhl beschlossen wird, prägt also mittelbar die Regeln, unter denen du im Revier arbeitest.
Rekorde im Ehrenamt
Neben der Politik rückt der DJV in Suhl bewusst die ehrenamtlichen Leistungen der Jägerschaft ins Rampenlicht. Jägerinnen und Jäger engagieren sich weit über die eigentliche Jagd hinaus, beim Hochwasser- und Artenschutz, bei der Kitzrettung vor der Mahd und bei der Bejagung invasiver Arten. Gerade bei Waschbär und Nutria wurden zuletzt neue Streckenrekorde gemeldet, ein deutliches Zeichen dafür, wie stark der Druck invasiver Arten auf heimische Ökosysteme geworden ist. Auch beim Jägernachwuchs verzeichnet der Verband erfreuliche Zahlen. Konkrete Werte und Umfrageergebnisse veröffentlicht der DJV rund um die Veranstaltung.
Diese Leistungen sind nicht abstrakt, sondern das Ergebnis vieler einzelner Ansitze, Nachsuchen und Reviergänge. Genau hier schlägt die Brücke zur täglichen Dokumentation: Jeder erlegte Waschbär, jede gemeldete Nutria und jedes gerettete Kitz wird erst dann zur belastbaren Statistik, wenn es sauber erfasst ist. Aus vielen kleinen Einträgen entsteht am Ende das große Bild, das ein Verband der Öffentlichkeit und der Politik vorlegen kann.
Rückhalt in der Bevölkerung
Passend zum Bundesjägertag verweist der DJV auf eine repräsentative Civey-Umfrage, nach der über drei Viertel der Befragten (77 Prozent) überzeugt sind, dass Jagd in heutiger Zeit notwendig ist. Eine Mehrheit hält die Jagd zudem für ethisch vertretbar, wenn Arten reguliert, Seuchen eingedämmt und andere Tiere dadurch geschützt werden. Die Zustimmung ist auf dem Land in der Regel höher als in der Stadt. Das ist ein solides Fundament, aber kein Ruhekissen: Rückhalt hält nur, wer weiter transparent und waidgerecht handelt.
Dazu passt, wie hoch die Hürden für den Zugang zur Jagd sind. Der DJV empfiehlt für die Ausbildung mindestens 100 Stunden Theorieunterricht und zahlreiche Praxisstunden. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil, und Fehler beim Umgang mit der Waffe führen automatisch zum Durchfallen. Nach bestandener Prüfung folgt eine Zuverlässigkeitsprüfung durch die Behörden. Wer den Jagdschein in der Hand hält, hat also eine anspruchsvolle staatliche Prüfung bestanden.
Vom Verbandsbeschluss zur Revierpraxis: hier hilft Waidly
Die großen Themen des Bundesjägertags, Ehrenamt, invasive Arten und waidgerechtes Handeln, leben von guter Dokumentation im Revier. Genau dafür ist Waidly gebaut: Mit der digitalen Streckenliste hältst du jede Erlegung mit Wildart, Ort, Datum und Foto fest, vom Rehbock bis zum invasiven Waschbär oder zur Nutria. So entsteht ohne Zettelwirtschaft eine saubere Strecke, die du jederzeit auswerten und im Rahmen der Streckenmeldung weitergeben kannst.
Aus deinen Einträgen erzeugt Waidly automatisch Statistiken über Arten, Zeiträume und Reviere. Das hilft nicht nur dir bei der eigenen Planung, sondern liefert am Ende genau jene belastbaren Zahlen, aus denen Verbände wie der DJV die Leistungen der Jägerschaft sichtbar machen. Wer sein Revier ordentlich führt, trägt so ganz konkret zu dem Gesamtbild bei, das auf Veranstaltungen wie dem Bundesjägertag präsentiert wird.
Mit Waidly erfasst du Erlegungen direkt draußen, inklusive invasiver Arten wie Waschbär und Nutria, und behältst über automatische Statistiken den Überblick über dein Jagdjahr. Mehr dazu auf unserer Seite zur Revierverwaltung.
Dein Jagdjahr sauber dokumentiert
Ob Rehwild, Schwarzwild oder invasive Arten: Mit der digitalen Streckenliste von Waidly hältst du jede Erlegung nachvollziehbar fest und wertest sie automatisch aus. So ist deine Strecke jederzeit meldebereit und dein Beitrag zur Jagdstatistik belegt.
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