Anfang Juli 2026 hat der Deutsche Jagdverband (DJV) seinen Verbandsbericht für das Jagdjahr 2025/26 vorgestellt. Zwischen Schwerpunktthemen wie Wolf im Jagdrecht, Jagdethik und der Evaluierung des Waffenrechts steckt eine Zahl, die selbst manchen Jäger überrascht: Es gibt in Deutschland so viele Jägerinnen und Jäger wie noch nie. Die Jagd ist beliebter als vor 30 Jahren, jünger und weiblicher geworden. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Zahlen ein und fragt, was der Trend für die Praxis im Revier bedeutet.
Ein neuer Höchststand: 467.682 Jägerinnen und Jäger
Der DJV beziffert die Zahl der Menschen mit gültigem Jagdschein in Deutschland auf 467.682. Das ist ein neuer Rekord und ein Anstieg von rund 42 Prozent gegenüber dem Stand vor drei Jahrzehnten. Grundlage sind Daten aus dem November 2025. Die Jagd ist damit kein Auslaufmodell, sondern ein wachsendes Ehrenamt, das jedes Jahr Tausende neuer Menschen anzieht.
Absolut betrachtet leben die meisten Jägerinnen und Jäger in Nordrhein-Westfalen mit über 100.000 Personen, gefolgt von Bayern mit rund 80.000 und Niedersachsen mit etwa 70.000. Das spiegelt schlicht die Einwohnerzahl der großen Flächenländer wider. Interessanter wird es, wenn man die Jägerdichte betrachtet, also die Zahl der Jäger im Verhältnis zur Bevölkerung.
Die genannten Werte hat der DJV in seinem Verbandsbericht 2025/26 sowie in einer Auswertung anlässlich der Messe Jagd und Hund veröffentlicht. Sie beruhen auf den Meldungen der Länder mit Stand November 2025 und auf Verbandsumfragen. Der Verbandsbericht ist als Internetseite, als PDF und als gebundene Ausgabe verfügbar.
Der Norden jagt am dichtesten
Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt Mecklenburg-Vorpommern vorn: Auf 1.000 Einwohner kommen dort zehn Jägerinnen und Jäger. Es folgen Niedersachsen mit neun und Schleswig-Holstein mit acht. Nordrhein-Westfalen liegt mit einem Wert von sechs genau im Bundesdurchschnitt. Der ländlich geprägte Nordosten ist also nicht bei den absoluten Zahlen, aber bei der Dichte klarer Spitzenreiter.
Diese Verteilung erklärt sich aus der Struktur der Reviere und der Nähe zur Landbewirtschaftung. Dort, wo Feld, Wald und Wasser das Landschaftsbild bestimmen, ist die Jagd traditionell stärker verankert. Für die Praxis heißt das aber auch: Selbst in dicht besiedelten Regionen wächst die Zahl der Jäger, und mit ihr der Bedarf an guter Organisation im Revier.
Prüfungsrekord: 18.423 neue Jäger in einem Jahr
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Nachwuchs. Im Jahr 2025 haben 18.423 Menschen ihre staatliche Jägerprüfung bestanden, das sogenannte grüne Abitur. Diese Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Jahr für Jahr kommt damit eine kleine Stadt an frisch geprüften Jägerinnen und Jägern hinzu, die ihren ersten Ansitz, ihr erstes Revier und ihre erste Streckenliste vor sich haben.
Für die Vereine und Reviere ist das eine gute, aber auch eine fordernde Nachricht. Viele Neujäger kommen ohne familiäre Jagdtradition zur Jagd, oft aus der Stadt. Sie bringen Motivation und ein starkes Interesse an Naturschutz mit, brauchen aber Begleitung: einen Mentor, Anschluss an ein Revier und Werkzeuge, mit denen sich die Praxis von Anfang an sauber lernen lässt.
Jünger, weiblicher, aus der Stadt
Der Verband beschreibt einen doppelten Wandel. Zum einen steigt der Anteil der Jägerinnen deutlich: Zwischen 2016 und 2022 kletterte er laut DJV-Umfrage von sieben auf elf Prozent, also um mehr als die Hälfte. Zum anderen ist die Jägerschaft im selben Zeitraum im Schnitt jünger geworden, das Durchschnittsalter sank von 57 auf 56 Jahre. Das klingt nach wenig, ist bei einer so großen Gruppe aber ein spürbarer Trend gegen die sonst übliche Alterung ehrenamtlicher Strukturen.
Als Hauptmotive nennen viele Menschen das intensive Naturerlebnis, den aktiven Naturschutz vor Ort und gesundes Wildbret aus der eigenen Region. Immer mehr Jägerinnen und Jäger kommen dabei aus Städten. Die Jagd verliert damit ein Stück ihres Klischees und gewinnt neue Zielgruppen, die andere Erwartungen an Ausrüstung, Kommunikation und Dokumentation mitbringen.
Mehr und jüngere Jäger heißt: mehr Menschen teilen sich ein Revier, mehr Begehungsscheininhaber, mehr Gäste bei Bewegungsjagden. Klare Absprachen, eine gemeinsame Streckenführung und nachvollziehbare Dokumentation werden damit wichtiger. Wer früh eine saubere Struktur aufbaut, erspart sich später Diskussionen über Abschüsse, Reviereinrichtungen und Zuständigkeiten.
Ein Ehrenamt mit gesellschaftlichem Wert
Der DJV betont, dass hinter diesen Zahlen vor allem Arbeit steckt. Im Schnitt verbringt ein Jäger nach Verbandsangaben rund 40 Stunden pro Monat in der Natur und erledigt dabei viele gesetzlich vorgeschriebene und gesellschaftlich wichtige Aufgaben unentgeltlich. Dazu zählen das Zählen und Schützen von Arten, die Kitzrettung vor der Mahd, Biotoppflege und die Eindämmung von Wildschäden in Wald und Feld.
Der Verband beziffert die Investitionen der Jägerschaft in Biotoppflege, Artenschutz und den Schutz von Wald und Feld auf insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro jährlich, aufgebracht aus eigener Tasche. Grundlage für all das ist das Bestehen der staatlichen Jägerprüfung. Der Rekord bei den Jägerzahlen ist damit nicht nur eine Statistik, sondern auch ein wachsender Beitrag zum praktischen Naturschutz.
Ein Rekord bei den Jägerzahlen ist am Ende kein Selbstzweck. Er wird erst dann zum Gewinn für Wild und Revier, wenn die vielen neuen Jägerinnen und Jäger gut begleitet werden und sauber arbeiten.
Wachsende Reviere brauchen gute Werkzeuge
Mehr Jäger, mehr Neueinsteiger, mehr geteilte Reviere: Der Trend, den der DJV-Verbandsbericht zeichnet, erhöht den Bedarf an klarer Organisation. Wo früher ein Revierinhaber jahrzehntelang allein sein Handbuch führte, teilen sich heute oft mehrere Personen die Verantwortung für Strecke, Reviereinrichtungen und Nachweise. Genau an dieser Stelle setzt Waidly an.
Mit Waidly führst du deine Streckenliste digital, dokumentierst Abschüsse mit Ort, Wildart und Details und behältst deine Reviereinrichtungen im Blick, vom Hochsitz bis zur Kirrung. Für Neujäger ist das ein einfacher Einstieg in eine saubere, prüfbare Dokumentation. Für gewachsene Reviere ist es die Grundlage, um trotz vieler Beteiligter den Überblick zu behalten. Der Rekord bei den Jägerzahlen ist ein gutes Zeichen für die Zukunft der Jagd, und gute Werkzeuge helfen, dass aus Wachstum auch verlässliche Reviere werden.
Deine Strecke, dein Revier, sauber dokumentiert
Ob frisch geprüft oder alter Hase: Mit Waidly führst du Streckenliste, Reviereinrichtungen und Nachweise digital an einem Ort, direkt vom iPhone und mit Backup. So bleibt deine Jagd auch dann übersichtlich, wenn sich mehr Menschen ein Revier teilen.
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