Revierarbeit

Revierarbeiten im Frühjahr, Vorbereitung für die neue Saison

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Das Frühjahr ist die arbeitsreichste Zeit im Revier. Bevor die Vegetation austreibt und das Gelände unzugänglich wird, müssen Hochsitze kontrolliert, Pirschwege freigehalten und Schussschneisen angelegt werden. Wer jetzt investiert, erntet im Herbst.

„Was im Frühjahr versäumt wird, lässt sich im Herbst nicht mehr nachholen."

Voraussetzungen

Bevor du mit den Arbeiten beginnst, solltest du ein paar Grundlagen klären:

  • Werkzeug bereitstellen: Kettensäge, Astschere, Freischneider, Blasgerät für Pirschwege, Nägel, Schrauben, Holzschutzmittel, Zimmermannshammer
  • Sicherheit: Schnittschutzausrüstung, Helm mit Visier, Handschuhe, vor allem beim Arbeiten mit Motorsäge und Freischneider
  • Genehmigungen prüfen: Einige Arbeiten wie das Fällen von Bäumen können genehmigungspflichtig sein, im Zweifel vorab klären
  • Brutzeit beachten: Ab April beginnt die Brut- und Setzzeit. Viele Arbeiten sollten daher spätestens Ende März abgeschlossen sein
  • Helfer organisieren: Viele Arbeiten gehen zu zweit oder in der Gruppe deutlich schneller, und sind sicherer

Hochsitze kontrollieren und instand setzen

Der Winter ist hart zu Holzkonstruktionen. Wind, Schnee und Frost hinterlassen Spuren. Jeder Hochsitz muss vor Beginn der neuen Saison sorgfältig auf Sicherheit geprüft werden.

Was prüfen?

  • Leitern auf Stabilität und morsche Sprossen prüfen, nie eine schadhafte Leiter benutzen
  • Auftrittfläche und Geländer auf Festigkeit kontrollieren
  • Schrauben und Verbindungen nachziehen
  • Holz auf Fäulnis, Schädlingsbefall und Risse inspizieren
  • Dach und Wetterschutz auf Dichtigkeit überprüfen
Wichtiger Hinweis: Standsicherheit der Beine

Besonders wichtig und oft übersehen: Die Beine des Hochsitzes sollten idealerweise auf Steinen stehen, niemals direkt auf Erde oder unter Laub. Erde und Laub speichern Feuchtigkeit und beschleunigen die Fäulnis der Beine erheblich. Wer hier beim Aufbau sorgfältig vorgeht, verlängert die Lebensdauer des Hochsitzes um Jahre.

Gestrüpp am Hochsitz zurückschneiden

Üppiges Gestrüpp direkt am Hochsitz ist ein häufiges Problem, das sich im Laufe eines Winters aufgebaut hat. Äste und Zweige schränken die Sicht ein, erzeugen störende Geräusche bei Wind und können die Konstruktion beschädigen. Ein sauberer Bereich um den Hochsitz ist Pflicht.

Schussschneisen und Sichtachsen freischneiden

Schussschneisen sind das A und O eines gut gepflegten Reviers. Im Winter ist oft Unterholz nachgewachsen, das die freie Sicht und den sicheren Schuss verhindert.

  • Schussrichtungen vom Hochsitz aus abgehen und Bewuchs entfernen
  • Auf eine realistische Schussdistanz von mindestens 80-120 Metern achten
  • Nachgewachsene Triebe konsequent zurückschneiden, nicht nur stutzen
  • Bei Bäumen: nur den Bewuchs im Schussbereich entfernen, keine unnötigen Fällungen
  • Schnittreste aus der Schneise räumen, damit sie nicht als Äsung dienen und Wild anlocken
Tipp: Sichtachsen aus Wildsicht denken

Stell dich beim Freischneiden auf Wildhöhe (ca. 60-80 cm) und schau durch die Schneise. Was du aus dieser Perspektive nicht siehst, sieht auch das Wild nicht, und umgekehrt kannst du es nicht bemerken.

Pirschwege pflegen

Ein leiser Ansitz beginnt schon auf dem Weg zum Hochsitz. Knackende Äste und raschelndes Laub verraten jeden Jäger, lange bevor er den Ansitz erreicht hat.

  • Pirschwege mit dem Blasgerät von Laub und losen Zweigen befreien
  • Totes Holz und heruntergestürzte Äste aus dem Weg räumen
  • Überhängende Äste auf Kopfhöhe zurückschneiden, auch seitlich
  • Feuchte Stellen mit Trittsteine oder Holzpflöcken befestigen
  • Wege wenn möglich auf lehmigem oder weichem Untergrund anlegen, diese dämpfen den Tritt besser

Was du jetzt noch erledigen solltest

Neben den klassischen Arbeiten gibt es im Frühjahr noch einige weitere Aufgaben, die häufig vergessen werden:

  • Kirrungen anlegen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Kirrungen in Betrieb zu nehmen oder neu anzulegen, bevor das Wild seine Wechsel festlegt
  • Salzlecken auffüllen: Nach dem Winter sind Salzlecken oft aufgebraucht, auffüllen und auf Akzeptanz prüfen
  • Wildkameras aufstellen: Frühjahrskameras zeigen welches Wild überwintert hat und wie der Wildbestand aussieht
  • Futterstellen abbauen: Winterfütterungen jetzt schrittweise zurückfahren, abruptes Abbauen ist schlecht für das Wild
  • Reviergrenze kontrollieren: Grenzschilder und Markierungen auf Vollständigkeit und Lesbarkeit prüfen
  • Fallenstandorte vorbereiten: Fallen für Raubwild und Corviden einrichten, bevor die Brut- und Setzzeit beginnt
  • Drohnen-Kitzrettung koordinieren: Kontakt zu lokalen Drohnenteams aufnehmen und Termine für die erste Mahdperiode abstimmen
  • Jagdzeiten checken: Welche Jagdzeiten beginnen wann in deinem Bundesland? In Waidly findest du alle Zeiten auf einen Blick
  • Suhlen kontrollieren: Wo sich Schwarzwild suhlt, lässt sich gut erkennen, und dokumentieren. Und bitte: Abstand halten beim Hinschauen. Ein Bekannter ist beim Inspizieren einer Suhle fast kopfüber reingefallen. Das Wild war danach vermutlich weniger überrascht als er.

Revierarbeiten dokumentieren

Was erledigt wurde, sollte festgehalten werden. Nicht nur für dich, sondern auch für andere Revier-Mitglieder oder den nächsten Saison-Rückblick. Welcher Hochsitz wurde repariert? Welche Kirrung ist neu? Welche Schneise wurde freigeschnitten?

In Waidly kannst du für jeden Hochsitz und jede Einrichtung Notizen und Fotos hinterlegen, den Zustand dokumentieren und Aufgaben (Todos) anlegen. So behält das gesamte Revier-Team den Überblick, auch wenn mehrere Personen im Revier aktiv sind.

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Hochsitze, Kanzeln, Pirschwege und Kirrungen direkt in der App erfassen, mit Fotos, Zustand und Aufgabenlisten.

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