Waffenrecht

Waffenrecht auf dem Prüfstand: Das fordert der DJV in seiner Stellungnahme

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Am 1. Oktober 2026 hat der Deutsche Jagdverband (DJV) seine Stellungnahme zur Evaluierung des Waffenrechts veröffentlicht. Der Titel ist Programm: Das Waffenrecht steht auf dem Prüfstand, und die Jägerschaft nutzt die Gelegenheit, ihre Sicht auf den Tisch zu legen. Für dich als Jägerin oder Jäger ist das keine Theorie, denn jede Änderung bei Schalldämpfern, Nachtsichttechnik oder Magazinen landet früher oder später in deinem Revieralltag. Dieser Beitrag fasst zusammen, was der DJV fordert, womit er argumentiert und was als Nächstes passiert.

Worum es bei der Evaluierung geht

Das Bundesinnenministerium hat im Rahmen der Evaluierung 209 Fragen an Länder, Behörden und Verbände gerichtet. Die Antworten müssen ausgewertet werden, und das dauert nach Angaben des DJV Monate. Mit einem fertigen Gesetzentwurf ist also nicht sofort zu rechnen. Die Stellungnahme des DJV ist ein Beitrag in dieser Phase, in der noch alles offen ist und Argumente zählen.

Stand der Dinge

Es handelt sich um eine Stellungnahme im Evaluierungsprozess, nicht um ein beschlossenes Gesetz. Für dich ändert sich heute nichts an den geltenden Regeln. Die Positionen zeigen aber, in welche Richtung die Debatte läuft.

Die Forderungen des DJV im Überblick

Der DJV stellt einen Grundsatz an den Anfang: Der Schwerpunkt müsse auf der Bekämpfung illegaler Waffen liegen und nicht auf zusätzlichen Auflagen für Menschen, die ihre Waffen legal besitzen und registriert haben. Daraus leitet er mehrere konkrete Punkte ab:

  • Lockerungen bei Schalldämpfern, Nachtsichttechnik und Magazinen: Der Verband setzt sich für entspanntere Regelungen bei diesen jagdlich relevanten Ausrüstungsgegenständen ein.
  • Keine psychologischen Eignungstests für Jäger: Der DJV lehnt entsprechende Tests ab.
  • Keine Begrenzung der Zahl der Langwaffen: Eine Obergrenze lehnt der Verband ebenfalls ab.

Gerade die Punkte Schalldämpfer und Nachtsicht berühren die Praxis. Wer Schwarzwild bejagt, kennt den Nutzen moderner Technik für Sicherheit, Gehörschutz und Tierschutz bei der Nachsuche. Ob und wie weit sich diese Sicht durchsetzt, ist offen.

Das Argument mit den Zahlen

Der DJV stützt sich auf eine Auswertung aus Nordrhein-Westfalen. Danach haben zwischen 2019 und 2024 nur 0,01 Prozent aller legalen Waffenbesitzer eine Tötung mit einer Schusswaffe begangen. Verschärfte Regeln, so die Argumentation, belasteten die legalen, registrierten Waffenbesitzer, ohne die Sicherheit zu verbessern.

Dem stellt der Verband das Problem der illegalen Waffen gegenüber. Experten schätzen demnach rund 35 Millionen illegale Schusswaffen in Deutschland. Das Bundeslagebild 2025 weise außerdem darauf hin, dass illegale Waffenbesitzer für den Großteil der Straftaten mit Schusswaffen verantwortlich sind. Wir haben die Zahlen des Bundeslagebilds bereits in einem eigenen Beitrag eingeordnet, nachzulesen in unserem Artikel zur Waffenrecht-Evaluierung und dem Bundeslagebild.

Die Datenlücke als Kernproblem

Ein Punkt zieht sich wie ein roter Faden durch die Debatte: Die polizeiliche Kriminalstatistik unterscheidet derzeit nicht, ob bei einer Straftat eine legale oder eine illegale Waffe im Spiel war. Der DJV betont, dass genau diese Information fehlt, um das Waffenrecht auf Grundlage belastbarer Zahlen weiterzuentwickeln. Ohne diese Trennung lässt sich schlicht nicht sagen, ob eine Verschärfung für legale Besitzer überhaupt etwas bringt.

Was das für die Debatte heißt

Wer Regeln ändern will, braucht Daten. Die Forderung nach einer getrennten Erfassung von legalen und illegalen Waffen ist daher weniger Lobbyarbeit als der Ruf nach einer soliden Entscheidungsgrundlage, von der beide Seiten profitieren würden.

Hochsitz im Abendrot, die legale Jagdausübung ist der Zweck jagdlicher Waffenerlaubnisse

Was du jetzt tun kannst

Auf die Evaluierung hast du als Einzelne oder Einzelner wenig direkten Einfluss, auf dein eigenes Auftreten aber sehr wohl. Der beste Beleg dafür, dass legaler Waffenbesitz kein Sicherheitsproblem ist, bleibt ein sauberer Umgang mit den eigenen Erlaubnissen:

  • Aufbewahrung nach den geltenden Anforderungen prüfen und im Zweifel nachrüsten.
  • Erwerb, Überlassung und Anmeldungen fristgerecht anzeigen.
  • Den Jagdschein lückenlos verlängern und die Unterlagen griffbereit halten.
  • Bei behördlichen Kontrollen vorbereitet sein, mit geordneten Nachweisen.

Verfolge außerdem die Meldungen deines Landesjagdverbands und des DJV. Sobald aus der Auswertung der 209 Fragen konkrete Vorschläge werden, lohnt es sich, früh zu wissen, was auf dich zukommen könnte.

Wer legal Waffen besitzt, hat ein berechtigtes Interesse daran, dass Regeln auf Fakten beruhen. Die Daten dazu fehlen bislang.

Die Stellungnahme vom 1. Oktober ist ein Zwischenschritt, kein Schlusspunkt. Wie das Bundesinnenministerium die Antworten gewichtet und ob es die Forderungen nach Lockerungen aufgreift, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Wir halten dich auf dem Laufenden.

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